Uwe Jüttner
Beratung, Dienstleistung, Seminare
Bilanzbuchhalter (IHK)
European Management Accountant

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    News

Unter folgendem Link finden Sie einen meiner Fachartikel zum Thema vom 26.02.2021:
- Neue Nutzungsdauer von Computerhardware und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung -



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Hier nun ein kleiner Auszug fachlicher Tipps:




Neue Nutzungsdauer von Computerhardware und Software zur Dateneingabe und –verarbeitung

In den letzten fünf Wochen hat uns die neue Nutzungsdauer von Computerhardware und Software zur Dateneingabe und –verarbeitung stark beschäftigt. Mit BMF-Schreiben vom 26.2.2021 (IV C 3 – S 2190/21/10002:013) hat das Bundesfinanzministerium die Nutzungsdauer von Computerhardware und Software auf ein Jahr reduziert. Die Verkürzung der Nutzungsdauer gilt erstmals für Wirtschaftsjahre, welche nach dem 31.12.2020 enden. Sie gilt allerdings auch für Wirtschaftsgüter, welche früher angeschafft oder hergestellt wurden und zum 31.12.2020 noch nicht vollständig abgeschrieben wurden.
Zu diesen Neuerungen habe ich einen ausführlichen Artikel für die Fachzeitschrift BC – Zeitschrift für Bilanzierung, Rechnungswesen und Controlling in der Ausgabe 04-2021 veröffentlicht.

Ich habe ganz bewusst in meinen Vorträgen und Skripten darauf hingewiesen, dass es sich um eine steuerliche Entscheidung handelt. Es war zwar zu vermuten, dass sich das IDW – Institut der Wirtschaftsprüfer der steuerlichen Meinung anschließen wird, jedoch finale Gewissheit hatten wir noch nicht. Vor allem war ich selbst sehr verwundert, dass zukünftig ERP-Systeme, die teilweise einige Millionen Euro kosten können, mit nur einem Jahr Nutzungsdauer angesetzt werden können. Das entspricht nicht der Realität, die tatsächlich bei mindestens 8 – 12 Jahren ND liegt. Auch hochwertige Server von mehreren 10.000 Euro verbrauchen sich nicht innerhalb eines Jahres.

Das IDW hat sich in einer außerordentlichen Sitzung des Fachausschusses Unternehmensberichterstattung mit den Auswirkungen der Verkürzung der steuerlichen Nutzungsdauer für digitale Vermögensgegenstände für die Handelsbilanz beschäftigt. Am 22.3.2021 wurde die betreffende Berichterstattung einer außerordentlichen Sitzung des Fachausschusses Unternehmensberichterstattung veröffentlicht.
Die Auffassung des IDW lässt sich danach mit folgenden Kernaussagen zusammenfassen:
•    In der Handelsbilanz ist die Nutzungsdauereinschätzung an den betrieblichen Realitäten auszurichten. Damit ist die Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von nur einem Jahr für die betroffenen digitalen Vermögensgegenstände in der Handelsbilanz nicht zulässig.
•    Die Nutzungsdauer von einem Jahr ist ein rein steuerliches Wahlrecht, welches nach Abschaffung der umgekehrten Maßgeblichkeit durch das BilMoG 2010 (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz) losgelöst von der Handelsbilanz auszuüben ist. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer in der Handelsbilanz überlagert das steuerliche Wahlrecht über die Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz nicht.
•    Bei Ausübung des steuerlichen Wahlrechts kommt es zu einer Abweichung zwischen handelsrechtlicher und steuerlicher Bilanzierung, was zur Abgrenzung passiver latenter Steuern führt.
Wie sagt man so schön: „Jetzt haben wir den Salat!“. Steuerlich haben die Unternehmen alle Möglichkeiten, die aber in der Handelsbilanz keine Anwendung finden. Rund 95 % der mittelständischen Unternehmen leben immer noch die „Einheitsbilanz“, d. h. sie vermeiden nach Möglichkeit Abweichungen zwischen der Handels- und Steuerbilanz. Somit werden für alle diese Unternehmen die Neuregelungen des BMF-Schreibens vom 26.02.2021 uninteressant, denn diese führen zwangsläufig zu einem Auseinanderlaufen der beiden Bewertungsbereich HB und SB und damit zur Abgrenzung passiver latenter Steuern. Und gerade das versuchen die Unternehmen i. d. R. zu vermeiden.

Interessant ist und bleibt das BMF-Schreiben aber für alle Steuerpflichtigen, die ihr Homeoffice in den letzten Monaten aufgerüstet haben. Sie können die Kosten für PC, Notebook, Monitore etc. in voller Höhe in den Werbungskosten geltend machen.