Uwe Jüttner
Beratung, Dienstleistung, Seminare
Bilanzbuchhalter (IHK)
European Management Accountant

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    News



Jetzt schon Event-Termine für 2020 vormerken!


Sie sollten sich unbedingt den Termin der 11.Anlagenbuchhalter-Tagung vom 28.-29.Oktober 2020 schon jetzt fest im Kalender eintragen. Hier wird der Ort noch festgelegt.


Hier nun ein kleiner Auszug fachlicher Tipps:


Befristete Wiedereinführung der degressiven AfA (Wahlrecht)
Als steuerlicher Investitionsanreiz wird eine degressive Abschreibung für Abnutzung (AfA) in Höhe von 25% – höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung – für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens eingeführt, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden. Die degressive AfA kann nach einem unveränderlichen Prozentsatz vom jeweiligen Buchwert (Restwert) vorgenommen werden. Der dabei anzuwendende Prozentsatz darf höchstens das Zweieinhalbfache des bei der linearen AfA in Betracht kommenden Prozentsatzes betragen und 25% nicht übersteigen. Die Regelung des § 7 Abs. 2 EStG-E ist nach der allgemeinen Anwendungsregelung in § 52 Abs. 1 EStG erstmals für den Veranlagungszeitraum 2020 anzuwenden. Die degressive AfA kann bis zum Ende des Abschreibungszeitraums in Anspruch genommen werden.

Praxishinweise:
•   
Die Regelung in § 7 Abs. 2 EStG-E gilt für neue oder gebrauchte bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (z.B. Maschinen, Fahrzeuge, Betriebsvorrichtungen, Scheinbestandteile). Nicht hierunter fallen immaterielle Wirtschaftsgüter und unbewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (z.B. Grund und Boden, Gebäude).
•    Die degressive AfA konnte steuerlich bislang nur (noch) für Wirtschaftsgüter in Anspruch genommen werden, die nach dem 31.12.2008 und vor dem 1.1.2011 angeschafft oder hergestellt worden sind. Ab dem Veranlagungszeitraum 2011 besteht daher eigentlich keine Möglichkeit mehr, die degressive AfA in Anspruch zu nehmen. Es handelt sich somit um eine zeitlich befristete Wiedereinführung der degressiven AfA für neue oder gebrauchte bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens.
•    Wird für eine Investition die degressive Abschreibung anstelle der linearen Abschreibung in Anspruch genommen, kann dies bereits unterjährig bei der Festsetzung der Steuervorauszahlungen berücksichtigt werden (Liquiditätsvorteil).
•    Soweit für ein bewegliches Wirtschaftsgut auch die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen z.B. nach § 7g Abs. 5 EStG vorliegen, können diese neben der degressiven Abschreibung in Anspruch genommen werden.
•    Erhöhte Absetzungen (oder auch Sonderabschreibungen) sind bei Wirtschaftsgütern, die zum Betriebsvermögen gehören, nur dann zulässig, wenn sie in ein besonderes, laufend zu führendes Verzeichnis aufgenommen werden (§ 7a Abs. 8 EStG). Dabei ist es ausreichend, wenn das gesonderte Verzeichnis im Rahmen der jährlichen Abschlussarbeiten bzw. im Zuge der Erstellung der Steuererklärungen erstellt bzw. fortgeschrieben wird. Allerdings: Hinsichtlich des zu führenden Verzeichnisses hat der Steuerpflichtige besondere Sorgfalt walten zu lassen, da ein nicht oder nicht vollständig geführtes Verzeichnis zur Untersagung der Ausübung des Wahlrechts führt und der Gewinn in der Form ermittelt wird, als wäre das Wahlrecht nicht ausgeübt worden. Hierbei besteht für den Steuerpflichtigen auch keine Nachholungsmöglichkeit. Das zu führende Verzeichnis ist somit integrale Tatbestandsvoraussetzung für die Ausübung des steuerlichen Wahlrechts. In diesem Verzeichnis sind folgende Informationen zu erfassen:
– der Tag der Anschaffung bzw. Herstellung des Wirtschaftsguts,
– die Anschaffungs- und Herstellungskosten,
– die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer sowie
– die Höhe der jährlichen Absetzungen für Abnutzung.
•    Außerordentliche Abschreibungen aufgrund einer außergewöhnlichen technischen oder wirtschaftlichen Abnutzung sind bei der Vornahme einer degressiven AfA – im Unterschied zu Gebäuden (vgl. EStR 7.4 Abs. 11 S. 2) – nicht zulässig.


Investitionsabzugsbetrag: Verlängerung der in 2020 endenden Fristen um ein Jahr
Bei in nach dem 31.12.2016 und vor dem 1.1.2018 endenden Wirtschaftsjahren beanspruchten Investitionsabzugsbeträgen endet die Investitionsfrist – abweichend von § 7g Abs. 3 S. 1 EStG – erst zum Ende des vierten auf das Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden Wirtschaftsjahres.

Praxishinweis:
Investitionsabzugsbeträge sind grundsätzlich bis zum Ende des dritten auf das Wirtschaftsjahr des jeweiligen Abzuges folgenden Wirtschaftsjahres für begünstigte Investitionen zu verwenden. Andernfalls sind sie rückgängig zu machen (§ 7g Abs. 3 S. 1 EStG). Für in 2017 abgezogene Beträge stellt sich gegebenenfalls das Problem, dass infolge der sog. Corona-Krise nicht wie geplant in 2020 investiert werden kann. In der Folge sind die betreffenden Investitionsabzugsbeträge rückgängig zu machen und die daraus resultierenden Steuernachforderungen gemäß § 233a AO zu verzinsen.

Zur Vermeidung steuerlicher Nachteile infolge coronabedingter Investitionsausfälle werden die in 2020 endenden Fristen für die Verwendung von Investitionsabzugsbeträgen nach § 7g EStG um ein Jahr auf vier Jahre verlängert. Dadurch haben Steuerpflichtige, die in 2020 investieren wollen, aber wegen der Corona-Krise nicht investieren können, die Gelegenheit, die Investition in 2021 ohne negative steuerliche Folgen (Rückgängigmachung, Verzinsung der Steuernachforderung) nachzuholen.

Abhängig von der Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2020 und im kommenden Jahr 2021 wird von der Bundesregierung eine weitere Verlängerung der Investitionsfrist erwogen.


Befristete Erhöhung der maximalen Bemessungsgrundlage für die steuerliche Forschungszulage
Der Fördersatz der steuerlichen Forschungszulage wird rückwirkend zum 1.1.2020 und befristet bis zum 31.12.2025 auf eine Bemessungsgrundlage von 4 Mio. € pro Unternehmen erhöht. Demzufolge wird die maximale Höhe der Forschungszulage in diesem Zeitraum pro Jahr auf 1 Mio. € verdoppelt. Damit wird ein Anreiz gesetzt, dass Unternehmen trotz der Krise in Forschung und Entwicklung sowie in die Zukunftsfähigkeit ihrer Produkte investieren.

Praxishinweis:
Bislang ist vorgesehen, für ab dem 1.1.2020 begonnene Forschungs- und Entwicklungsvorhaben eine Forschungszulage in Höhe von 25% von einer maximalen Bemessungsgrundlage von 2 Mio. € zu gewähren.
Steuerlich gefördert werden nach dem am 14.12.2019 in Kraft getretenen Forschungszulagengesetz (BGBl. I 2019, 2763) die Forschung und Entwicklung (FuE) mit ihren Komponenten Grundlagenforschung, industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung, die bei den Personalausgaben ansetzt. Die Förderung findet für alle steuerpflichtigen Unternehmen Anwendung – unabhängig von deren Größe, Gewinnsituation oder der Art der im Unternehmen ausgeübten Tätigkeit bzw. Einstufung nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige.